Take 04: Die Kunst, gute Bilder zu machen

Worum geht es?

Video ist ein audiovisuelles Medium. Ton und Bild sind wichtig und ergänzen sich gegenseitig. In diesem Lernmodul legst du einen Schwerpunkt auf die Bildgestaltung. Was sind gute Bilder beim Videojournalismus? Was müssen sie leisten? Wie müssen sie gestaltet sein? Hier lernst du wichtige Grundlagen, die du später anwenden kannst.

Du lernst konkret

  • Du kennst Tipps und Tricks, um bessere, lebendigere Bilder zu erhalten. 
  • Du weisst, was Cadrage (framing) bedeutet und wie dieses Stilmittel bewusst und korrekt eingesetzt wird.  
  • Du kannst Hilfsmittel wie Rigs, Gimbals, Stative, Slider etc. richtig einsetzen.  
  • Du bist dir der Bedeutung der Lichtgestaltung beim Filmen bewusst. 
  • Du bist in der Lage, ausreichend gutes Videomaterial (footage) zu produzieren, damit dir beim Schnitt nichts fehlt. 

Hintergrundinfos

Die Kameraführung macht das Bild aus!

Das Fiese daran ist, dass gute Bilder nicht unbedingt auffallen, schlechte hingegen schon.

Eine weitere Hürde liegt darin, dass du zuerst filmst und unter Umständen erst viel später die Aufnahmen schneidest und zu einem Film zusammenfügst. Wenn dir beim Schnitt Aufnahmen fehlen, können die oft nicht mehr nachgedreht werden. Das heisst, du musst bereits beim Dreh (beim Filmen) darauf achten, dass du genügend Material für deinen Film erstellst und dennoch nicht «einfach alles filmst», was dir vor die Kamera kommt. Ansonsten hast du zu viele Aufnahmen, was die Arbeit beim Schnitt erschwert. Ein Zauberwort heisst hier «five shot coverage».

Aber schön der Reihe nach: Nachfolgend findest du einige Schwerpunkte, die du beim Filmen beachten kannst. Und dann gilt auch hier: Üben, üben, üben. Dabei helfen dir die Aufgaben.

01 Wichtige Basics
Einstellungen an der Kamera

Wenn du eine Kamera ausleihst, schaue sie dir vor dem Filmen genau an. Es kann sein, dass vom letzten Dreh Spezialeinstellungen aktiviert sind, die dir die Aufnahme vermiesen. Böse Überraschungen gibt es zum Beispiel, wenn der Autofokus ausgeschaltet oder die Belichtung auf «manuell» gestellt ist.


Der Fokus zeigt, was wichtig ist

Grundsätzlich gilt: Das Wichtige im Film sollte scharf fokussiert sein. Die Kameras haben in der Regel einen guten Autofokus. Doch der hilft dir nicht in allen Fällen weiter.


Cadrage – Das Bild bewusst gestalten

Die Bildeinteilung ist ein wichtiges Gestaltungsmittel des Films. Man nennt es auch Cadrage. Die Cadrage bestimmt, wo sich die relevanten Dinge oder Personen im Bild befinden. Für die Cadrage gibt es drei wichtige Regeln:


Mit dem Five-Shot passende Bilder schiessen

Bei einer Reportage vor Ort kannst du deine Aufnahmen nicht immer bis ins Detail planen. Du musst dann spontan entscheiden, was du filmst. Damit auch ungeplante Bilder professionell aussehen und nachher beim Schnitt gut zusammenpassen, haben Fernsehmacher*innen die Five-Shot-Technik (auch Five-Shot-Coverage genannt) entwickelt.


Kameraführung: Ruhige Bilder oder bewegte Bilder?

Manchen Zuschauer*innen wird es schlecht, wenn sie total verwackelte Videoaufnahmen sehen. Andere finden ruhige Bilder viel zu langweilig. Soll man also nur vom Stativ aus filmen oder lieber immer aus der Hand?


02 Nice-To-Have

Wenn du die folgenden Punkte zusätzlich beachtest, kannst du dich schon fast «Profi» nennen.

Das Spiel mit dem Licht

Streng genommen nimmt Video immer nur die Reflexion des Lichtes auf Oberflächen auf. Klingt etwas theoretisch. In der Praxis wirst du schnell sehen, dass eine gute Ausleuchtung massgeblich dazu beiträgt, dass du gute Aufnahmen bekommst.

Nah oder Weit? – Was Einstellungsgrössen leisten

Beim Filmen zeigst du deinem Publikum immer nur einen rechteckigen Ausschnitt der Welt. Durch die Wahl des Ausschnitts entscheidest du, was das Publikum zu sehen bekommt und was nicht. Dabei macht es keinen Sinn, immer so viel wie möglich zu zeigen, also immer in der Totale zu filmen. Manchmal kann Spannung aufgebaut werden, wenn etwas nicht gezeigt wird, oder die Aussage wird verstärkt, wenn etwas ganz gross gezeigt wird.

Bewegter Gegenstand, Schwenk, Kamerafahrt, Zoom

Videos zeigen bewegte Bilder – ohne Bewegung wären es normale Fotos. Als Videoprofi hältst du Ausschau nach Bewegung und setzt diese gekonnt in Szene.

Aber Achtung: Nicht jede Bewegung ist sinnvoll. Schwenks und Zooms z.B. solltest du nur sparsam und immer mit einer bestimmten Absicht einsetzen.

Aufgabe

Für deinen Filmbeitrag wirst du mit der Kamera auch Dinge, Menschen, Handlungen filmen, die du nicht im Vorfeld bis ins Detail planen kannst. Damit du für den Schnitt dennoch ausreichend passende Einstellungen hast, hilft es dir, wenn du die Five-Shot-Coverage beherrschst.

Aufgabe: Überlege dir eine Handlung oder ein Experiment, welches inhaltlich deinem Filmbeitragsthema nahesteht und filme dieses, indem du die Five-Shot-Technik anwendest: Erstelle also fünf Aufnahmen in den folgenden Einstellungen:

  1. Nahaufnahme (Was wird gemacht?)
  2. Grossaufnahme (Wer macht es?)
  3. Totale (Wo wird es gemacht?)
  4. Halbtotale (Wie wird es gemacht?)
  5. Überraschender Sichtwinkel (Wow, das ist eine spannende Einstellung!)

Achte beim Filmen auf die Regeln der Cadrage: Headroom, Noseroom…

Füge diese fünf Clips zu einer kleinen Szene zusammen, so dass der Ablauf aus deiner Sicht optimal dargestellt wird.
Wenn du möchtest, kannst du auch zwei – drei Schnittvarianten erstellen.

Exportiere deine Schnittfolge als mp4-Datei und lade sie auf ILIAS in den dafür vorbereiteten Ordner hoch.

Ressourcen und Links

Last modified: 1. Februar 2021

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